Traffic shappingVollen Up- und Downstream nutzen1. Einleitende Worte Kommen in einem Netzwerk mit einer üblichen Haushalts-Internetverbindung P2P-Clients oder ein Server zum Einsatz, so wird man schnell bemerken, dass wenn der Upstream (also der Verkehr ins Internet) voll ausgeschöpft wird, der Downstream ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird und selbst ein normales Browsen zu Qual wird. Das Problem ist, dass die Pakete, mit denen z.B. eine http-Seite angefordert wird, nicht mehr durch die verstopfte Leitung ins Internet gelangen - oder nur mit großer Verzögerung. Eine Lösung bietet hier das so genannte traffic shapping. Der cbq-Algorithmus hierfür ist in den Kerneln der 2.4er Reihe enthalten. Ab der aktuellen Version 2.4.20 steht ein weiterer Algorithmus - htb - zur Verfügung. Leider ist die Dokumentation zu diesem Thema sehr spärlich. Einen ersten Anlauf bietet die "Linux Advanced Routing & Traffic Control HOWTO". Sie findest sich bei Debian in "/usr/share/doc/HOWTO/en-txt/Adv-Routing-HOWTO.gz" und im Internet unter http://www.lartc.org. Hier werden nun zwei Skripte - eines für cbq und ein anderes für hbt - vorgestellt. Heruntergeladen werden können sie von folgender Seite: http://lartc.org/wondershaper 2. Voraussetzungen Es Bedarf lediglich eines Standard-Debian-Kernels der 2.4er Reihe und des Pakets `iproute`:
3. Installation der Konfigurationsskripte Zuerst die Skripte herunterladen:
Entpacken:
Wird ein Kernel mit der Version 2.4.20 verwendet, so sollte auf hbt zurückgegriffen werden, mit dem ich persönlich die besten Ergebnisse erzielt habe. Das Konfigurationsskript muss bei jedem Verbindungsaufbau neu gestartet werden. Deshalb bietet es sich an, es wie folgend zu kopieren:
Wird ein älterer Kernel verwendet oder gibt es Probleme mit obigen, so muss das auf cbq basierende Skript verwendet werden:
Das Skript nun ausführbar machen:
4. Konfiguration Die Grundkonfiguration basiert lediglich im Editieren der ersten Zeilen des Skripts: DOWNLINK gibt den maximalen Downstream der Internetverbindung in Kilobits an. UPLINK den maximalen Upstream in Kilobits. DEV die Internetschnittstelle - bei DSL und Modem ist dies ppp0, bei ISDN ippp0 Die DOWNLINK- und UPLINK-Werte variieren von Internetprovider zu Provider. Die angegebenen Werte sollten ein bisschen unter dem tatsächlichen Maximalwert liegen, aber dennoch nicht zu tief, da der Verkehr auf die angegeben Werte beschränkt wird. Für einen DSL+-Anschluss bei M-Net ergeben sich folgende Werte:
Weitere Werte für andere Provider können hier gerne noch mit aufgenommen werden. 5. Abschluss Das Skript kann nun aufrufen oder die Internetverbindung neu gestartet werden. Folgendes kleines Skript gibt die aktuelle Konfiguration aus:
Die wonder shaper beigefügte README hilft bei weitergehender Konfiguration. Fragen und Anregungen gerne an renate at pimpzkru.de
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